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Unsere Stimme für Gehörlose:
Gehörlose sollen gehört werden.

Robert Stopfer (Kameramann / Steadycam-Operator, Wien)
Der Film war ein bewegendes Erlebnis. Emotional und eine ständige Abwechslung zwischen „Nichts geht mehr!“ und „Wo geht’s weiter?“. Besonders rührend und augenöffnend: Die überall stattfindenden Gebärdendialoge on location mit zusehenden, gehörlosen Passanten. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung!
 
Martin-Daniel Thamer (Regisseur, Kärnten)
WIR-BEIDE-TEE plädiert auf Chancengleichheit. Es geht um eine, für viele bis dato unbekannte, Fremdsprache und deren künstlerische Thematisierung im Film. Zwar zeigt er auf eine unterhaltsame Art und Weise, wie es einer Gehörlosen im Alltag ergeht und welche Sprachbarriere vorherrscht, doch wenn man es auf die Realität ummünzt bedeutet das „Nicht-Verstehen“ und Fehlen von bestimmten Informationen schlicht Ausgrenzung. Das betrifft die Interaktion mit anderen ebenso wie die Themen Bildung oder Integration. Der Film zeigt diese Trennung der beiden Welten von Hörenden und Gehörlosen, wenn wir der Hauptfigur über die Schulter blicken. Ich denke man kann durch WIR-BEIDE-TEE versuchen, ein Problem im Wesentlichen zu erkennen, um so jeden einzelnen, der den Film gesehen hat, zu sensibilisieren.
 
Christoph Aspernig (Grafik-Designer, Kärnten)
„Wie fühlt es sich an in einer stillen Welt?“ Geräusche, akustische Reize, Worte und Melodien: Sie alle sind für uns Orientierung, Verständigung, Reizwelten, Emotionsverstärker und vieles mehr. Das war der Ursprung all meiner Gedanken zu diesem Thema. Einzutauchen in eine Welt, die für die meisten von uns als Grauzone irgendwo im Verborgenen liegt. Kaum vorstellbar, eine Welt ohne Ton – für einen Teil unserer Gesellschaft jedoch tagtägliche Herausforderung. WIR-BEIDE-TEE ist für mich die Verarbeitung meiner Eindrücke zu einem Umstand der mich selbst sehr berührt. Von Herzen wünsche ich mir, dass unsere Gesellschaft offen mit der Thematik umgeht und verstehen lernt. WIR-BEIDE-TEE ist die Verbindung der stillen mit der hörenden Welt und damit verbunden der Wunsch der Überwindung von gedanklichen Schranken hin zu einem sensiblen, offenen Umgang mit allen Menschen unserer Gesellschaft. WIR-BEIDE-TEE ist voller Herzblut und Ergebnis einer wunderschönen, fruchtbaren Zusammenarbeit von Menschen, die verstanden haben und bewegen wollen.
 
Verena Leitner (Schauspielerin, Wien)
Als ich das Script gelesen habe, war mir sofort klar, dass Film ein wunderbares Medium ist um das Thema „Gehörlosigkeit“ zu transportieren. Die Ideen zur Umsetzung waren toll und ich war sofort interessiert mitzumachen.
 
Andre Mayerhofer (Oberbeleuchter, Wien)
Mir war erst beim Dreh so richtig aufgefallen, dass der Begriff der/des „Taubstummen“ eigentlich ein falscher ist. Im Grunde steht der Begriff alltagssprachlich für zwei Dysfunktionen: nicht hören und nicht sprechen zu können. Im eigentlichen Sinn bedingt aber nur das Nicht-Hören eine Beeinträchtigung des Sprechens. Meiner Einschätzung nach werden somit taube Menschen doppelt stigmatisiert und ihnen also eine Doppel-Behinderung umgehängt. Was meine Motivation bezüglich des Films angeht muss ich mein ideelles Verständnis für dieses Medium anführen – nämlich, dass ein jeder die Chance haben sollte, seine Ideen mit dem größtmöglichen Potential umzusetzen. Besonders eben durch die Hilfe jener Leute, die darin bereits Erfahrung haben.
 
ART(e)DGE: Chris Kuchner, Raimund Bretterbauer (Sound-Designer, Wien)
WIR-BEIDE-TEE ist ein Film, der Brücken schlägt, der Hörenden einen Einblick in die Welt eines Gehörlosen gewährt, der von beiden Parteien nur verstanden werden kann, wenn Hörende und Gehörlose miteinander „reden“. Er macht bewusst, wie laut eigentlich unser Alltag ist und wie wichtig für uns Hörende doch dieser Sinn werden kann. Wir sind sehr dankbar für die Chance die sich durch die Vertonung dieses Films geboten hat, denn wir haben die Welt mit anderen Sinnen „gehört“. Im Endeffekt ist alles nur Schwingung – und Stille kann ein sehr komplexer Groove sein.
 
Florian Gruber (Tontechniker, Salzburg)
Für mich als Tontechniker ist es doppelt so schwierig in die Thematik einzutauchen und mich einzufühlen. Am Drehort schätzt man die Atmosphäre ein und trifft die weiteren, klangästhetischen Entscheidungen. Alles um nur möglichst nahe am Schallereignis dran zu sein. Damit vermittelt man den Zuseher und Zuhörer, dass er ganz nahe dran und drin ist im Geschehen und der Geschichte. In einer zweiten Ebene konstruieren wir effektvolle Klang-Inszenierungen, täuschen den Hörer, „wickeln“ in ein oder steigern uns zu einem inszenierten Schreckmoment à la Psycho. Das alles sollte uns natürlich nicht davon abhalten die Probleme von gehörlosen Menschen verstehen zu wollen. Mit meiner Arbeit und Inspiration habe ich mich mit WIR-BEIDE-TEE dafür eingesetzt, dass ihnen, wie auch jeder anderen benachteiligten Gruppe von Personen, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben gewährleistet wird: Sprachbarrieren mit dem Ton erfahrbar gemacht. Politische Abgeordnete wie Frau Mag.a. Helene Jarmer sind für eine weitere positive Entwicklung natürlich ein großer Lichtblick. Bekanntlich gibt es im Leben immer mehr Möglichkeiten, wie man helfen kann. – Mehr als nur ein Kreuz am Wahlzettel und darum geht es bei WIR-BEIDE-TEE.
 
Barbara Horvath (Schauspielerin, Wien)
WIR-BEIDE-TEE führt uns in die Erlebniswelt der Gehörlosen, denen die Welt ebenso „gehört“ wie allen Hörenden. Verstanden zu werden, ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen, glaube ich, und einen Film zu unterstützen, der der Verständigung dient, hat für mich Sinn. Außerdem konnte meine kleine Nichte „Filmluft“ schnuppern und einen Einblick in meine Arbeitswelt bekommen, was der Verständigung zwischen ihr und mir auch nützlich ist ;-) In diesem Sinne: Danke!
 
Claudia Schwarzl (Musikerin, Kärnten)
Die Idee, in einem Film immer abwechselnde Perspektiven zu verwenden, ist meiner Meinung nach ein fabelhafter Weg, sich in Gehörlose hineinzuversetzen. Sich in einen anderen hineinzuversetzen und ihn verstehen wollen ist in der heutigen Zeit selten geworden. Aber ist nicht genau dieser Wille, einander verstehen zu wollen und miteinander kommunizieren zu wollen, eine der Eigenschaften, die den Menschen zum Menschen macht? Für mich als Musikerin war die Auseinandersetzung mit Marlies eine Begegnung einer ganz besonderen Art. Die Tatsache, dass ihr ausgerechnet der Sinn fehlt, von dem ich im Grunde lebe, hat sie dafür sensibilisiert, Klänge bzw. Schwingungen zu spüren und dies ist wiederum eine Eigenschaft, die für einen professionellen Musiker von enormer Bedeutung ist. Harmonien zu spüren und mit Tönen atmen zu können ist für uns eine Voraussetzung, musizieren zu können. Als Marlies auf mich zukam, meine Geige berührte, und mir erklärte, was sie auch von einer kleineren Entfernung aus spürt, habe ich bemerkt, dass ich mich ihr verbundener und ähnlicher fühle als so manchem Menschen, der meine Musik mittels Gehör wahrnehmen kann, jedoch diesen Sinn des Spürens von Musik nicht besitzt.
 
inina gap (Band, Kärnten / Wien)
WIR-BEIDE-TEE ist ein sehr ambitioniertes und professionelles Kurzfilm-Projekt. Es ist schön mitzuerleben, dass es Menschen gibt, die sich für die Bedürfnisse und Nöte anderer interessieren und einsetzen. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Musik einen kleinen Beitrag leisten durften.
 
Stefanie Koscher (DJane, Kärnten / Wien / New York)
WIR-BEIDE-TEE ist ein Projekt, das ein Wegweiser zum richtigen Abbiegen auf der unendlichen Kunst- respektive Filmkreuzung ist. Ich persönlich sehe die Zukunft des Films in Projekten, die es sich zur Aufgabe machen zu helfen, um Probleme zu verstehen. Es geht darum, auf ein besseres Jetzt abzuzielen. Ich glaube, dass Projekte wie WIR-BEIDE-TEE einen wesentlichen Schritt in diese Richtung machen. Es war natürlich sehr spannend, in dieser Atmosphäre zu arbeiten und unmittelbar zu beobachten, wie weit gefächert Kommunikation funktionieren kann. Den, für mich wichtigsten Aspekt sehe ich in der Tatsache, dass dieser Film kein „Mitleidsfilm für Personen mit körperlichen Behinderungen' ist – und auch nie als solcher gedacht war – sondern durch eine sehr neutrale, dokumentarische Fiktion das Interagieren von verschiedensprachigen Personen zeigt.